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Projekt “Sucht und Ich” der Jahrgangsstufe I

Projektabschluss mit Experten der Suchthilfe und Prävention der Diakonie OAB

“Können Tiere süchtig werden?”
“Ab wann gilt man als handysüchtig?”
“Wie kann ich Angehörigen von Suchterkrankten helfen?”

Diese und andere Fragen sind nur einige von vielen, die sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 des Beruflichen Gymnasiums St. Martin der Bodensee Schule zu Beginn des Projektes "Sucht und ich" stellten. Der vierstündige Biologie-Kurs wollte im Rahmen der Neurobiologie nicht nur den Gehirnaktivitäten bei Süchten auf den Grund gehen, sondern auch die persönlichen und gesellschaftlichen Folgen von Sucht erforschen.
In digitalen Kleingruppen wurde selbstgewählten Forschungsfragen nachgegangen und nach 8 Wochenstunden ein umfangreiches Produkt zum individuellen Thema erstellt. Vom Podcast zum Thema “Suchtentstehung” über Flyer für Angehörige, die Rat suchen, bis hin zur Hausarbeit zum Thema “Können Tiere süchtig werden”, sind dabei sehr interessante Schülerbeiträge entstanden. Die Öffnung des Projekts für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 ging mit dem Anliegen des Kurses einher, die gewonnenen Erkenntnisse zum Thema Sucht mit Anderen zu teilen.

Online-Termin mit den Experten
Der große Abschluss des Projekts war ein Expertengespräch per Videokonferenz. Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter sowie der Leiter des Fachbereichs “Suchthilfe & Prävention (PSB)”, des Diakonischen Werks OAB sprachen fast zwei Stunden mit den Teenagern über ihre Fragen zum Thema Sucht. Ein spannender Moment des Gesprächs war dabei die Aussage der Experten, dass der Lockdown deutschlandweit zu einer messbaren Verschärfung der Suchtproblematik geführt hat. Viele Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten im gemeinsamen Gespräch nicht abschließend geklärt werden. Hier gilt das Informationsangebot der Diakonie, das gerne auch von Interessierten ohne Suchtproblematik wahrgenommen werden kann.

Das Expertengespräch zum Projekt “Sucht und Ich” war sicherlich nicht das Ende dieses Oberstufenprojektes, sondern Anstoß für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich und anderen mehr Fragen zu stellen. Wen die Schülerinnen und Schüler hier in Friedrichshafen nun ansprechen können, wenn es um Fragen rund um das Thema Sucht geht, wissen sie nun. Der Erstkontakt ist erfolgt! Das diesjährig begonnene Projekt “Sucht und Ich” des Beruflichen Gymnasiums St. Martin soll die folgenden Jahre weiter - und gerne auch die fruchtbar begonnene Zusammenarbeit mit der “PSB" fortgeführen werden.


Ein herzliches Dankeschön an das Team der Diakonie Oberschwaben!

Rückmeldungen von Schülerinnen

“Ich fand die drei Suchtberater sehr sympathisch. Ich hatte bedenken, dass so eine Arbeit psychisch sehr belastend sein kann und vielleicht bei Misserfolg auch unglücklich macht. Die Berater haben aber sehr ausgeglichen und glücklich gewirkt. Herr Schuler [Leiter des Fachbereichs] hat auch gesagt, dass allein der Beziehungsaufbau zu den Süchtigen ein Erfolg ist, nicht unbedingt der letztendliche Entzug.
Was ich nicht gedacht hätte, ist dass es auch bei uns so viele Spielsüchtige gibt. Ich dachte, dass wäre eher ein "Großstadtproblem".
Das mit der Substitution war mir komplett neu. Im Fernsehen und den Medien habe ich bis jetzt nur von (kaltem) Entzug gehört, aber nie dass man die Droge durch ein Medikament ersetzt und der Betroffene ein einigermaßen normales Leben führen kann.
Was ich auch interessant finde, ist der Gedanke das Alkohol so zu unserer Gesellschaft gehört, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man nicht trinkt. Ich habe darüber nachgedacht, und mich an keine Situation erinnert, in der das nicht hinterfragt wurde. Einmal kam sogar die Schwangerschaft meiner Cousine ans Licht, weil sie an ihrem Geburtstag keinen Sekt getrunken hat und jemand aus Spaß gefragt hat, ob sie denn schwanger wäre oder was.” L.K.

“Im Rahmen des Projektes "Sucht und ich" der Bio-Kurse der Jahrgangsstufe 1 des Beruflichen Gymnasiums St. Martin, hatte auch der Chemie-Kurs die Möglichkeit, am Expertengespräch mit den Suchtberatern teilzunehmen. Und es hat sich gelohnt!
Die zwei Stunden mit den sehr kompetenten Experten vergingen wie im Flug. Wir lernten auf der einen Seite von uns im ersten Moment fern erscheinenden Lebensrealitäten kennen, aber bemerkten andererseits, dass sie uns in manchen Bereichen doch nicht so fern sind, wenn man sich beispielsweise den selbstverständlich gewordenen Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft anschaut oder die immer stärker werdende Handynutzung. So war es interessant zu lernen, ab wann man von einer Sucht spricht, dabei uns selbst zu reflektieren und gleichzeitig auch über Möglichkeiten zur Hilfe bei Suchterkrankung zu erfahren.
Ich kann nur jeden, der glaubt, selbst von einer Sucht betroffen zu sein, jemanden kennt, bei dem das der Fall sein könnte oder einfach mehr über Süchte erfahren will, ermutigen, sich bei den Suchthelfern einen Gesprächstermin zu holen, so schwer es auch im ersten Moment erscheint.
Der Übergang aus einem kontrollierten Konsum in eine ernstzunehmende Sucht ist oft fließend und durch die nötige Unterstützung kann möglicherweise der Beginn einer Sucht verhindert werden.” J.H.

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