Die Bodensee-Schule St. Martin

Ein Angebot von der Einschulung bis zum Abitur

Unser Lebensraum Schule ermöglicht den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen Erfahrungen und stellt sie vor Herausforderungen, die sie im Schulalltag auf unsere heutige Gesellschaft hinführen.

Unser Gesamtkonzept der Ganztagsschule gibt Antworten auf die Anforderungen des Lebens. Das harmonische Zusammenleben von "Kleinen", "Großen", Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen ist unsere Aufgabe und sorgt für eine positive Lernatmosphäre. Wir sind stolz, dass wir in vielen Bereichen unserer täglichen Arbeit mit Kindern immer Innovatives und Zukunftsorientiertes geleistet haben und auch weiterhin in unserer Grundschule, der Werkrealschule sowie dem Katholischen Freien Sozialwissenschaftlichen Gymnasium – SG St. Martin – tun werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Schulgemeinschaften unter dem Dach der Stiftung Katholische Freie Schule,

mit diesem „Adventsbrief“, möchten wir uns als Verantwortliche in der Stiftung Katholische Freie Schule in dieser Vorweihnachtszeit an Sie wenden. Wenn wir uns auf Weihnachten vorbereiten, auf das Fest der Menschwerdung Gottes, der mitten in unserer Welt „ankommen“ will, dann können uns Entwicklungen, die wir in unserer Gesellschaft, unserer Welt und unserer Kirche wahrnehmen, nicht kalt lassen.
Innerhalb unserer Gesellschaft werden durch einzelne Gruppen und auch Parteien immer häufiger unverzichtbare Werte wie Empathie, Solidarität und Mitmenschlichkeit, die für uns zentrale Aspekte unseres christlichen Menschenbildes darstellen, in Frage gestellt, teilweise sogar als „Gutmenschentum“ verleumdet. Diese und andere Werte aber sind es, für die wir als katholische Schulen arbeiten und die wir unseren Schülerinnen und Schülern auf ihren Lebensweg mitgeben möchten.
Bei der diesjährigen Zusammenkunft der Leitungskräfte unserer Schulen haben eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen dazu aufgerufen, sich zu besinnen, sich ein Herz zu nehmen, aufzustehen und zu sagen, wofür wir als katholische freie Schulen stehen wollen. Unmittelbarer Anlass war die geplante Einrichtung einer Onlineplattform, auf der Lehrkräfte denunziert werden sollen. Gegen diesen Versuch der Einschüchterung bezogen die katholischen freien Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Stellung. Nach dem Vorbild vieler unserer Schulpatrone, die sich in der Vergangenheit gegen menschenverachtende politische Programme gewandt hatten, sehen die Verantwortlichen an den katholischen freien Schulen es als ihre Pflicht an, Schülerinnen und Schüler auf die Gefahren einer radikalen und ausschließenden Rhetorik aufmerksam zu machen und sie zu sensibilisieren, Vorurteilen und Populismus kritisch gegenüberzutreten.
Gleichzeitig steht auch unsere Kirche zurecht in der Kritik, wie sich dies insbesondere im vergangenen Herbst anlässlich des zögerlichen Umgangs mit den Missbrauchsskandalen gezeigt hat. Schon die Vorkommnisse selbst stellen den Kern dessen infrage, wofür wir als christliche Institutionen stehen. Aber auch in der Aufarbeitung scheitern strukturelle Reformen immer wieder an Autoritäts- und Machtstrukturen. Werden diese nicht überprüft und – wo notwendig – verändert, stellt dies zentrale Werte und damit letztlich auch die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Institutionen, d.h. auch unserer katholischen freien Schulen, in Frage.
Die Botschaft von Weihnachten ist klar: Gott kommt mitten in die Welt, um sie zu verändern; und er tut dies nicht machtvoll, sondern als Kind. Diese Provokation stellt uns dieses Jahr daher vielleicht vor noch drängendere Aufgaben als in der Vergangenheit. Wir sind gefragt – als einzelne, als Gemeinschaft, als Schulen, als Stiftung – klar und deutlich Stellung zu beziehen, wofür wir stehen, welche Schule und welche Welt wir für uns und unsere Kinder wollen – aber auch, welche Entwicklungen wir nicht mehr bereit sind, mitzugehen.
Diese Aufgabe beginnt im Alltag unserer Schulen: Die Achtung der Würde jedes einzelnen am Schulleben Beteiligten, ist der zentrale Wert, der das Miteinander in unseren Schulen bestimmen soll, damit jede und jeder sich in dieser Gemeinschaft aufgehoben fühlen kann. Die Schulgemeinschaft soll und muss auf allen Ebenen Vertrauen und Vielfalt ermöglichen. Dazu ist es auch notwendig, Widersprüche auszuhalten. Nur die Gewissheit, als Person akzeptiert zu werden, ermöglicht dieses Vertrauen und lässt jeder und jedem einzelnen die Möglichkeit zu wachsen – intellektuell, spirituell, professionell.
Gerne möchten wir Sie dazu ermuntern, Ihre diesbezüglichen Überlegungen in die Weiterentwicklung und Profilierung unserer Schulen einzubringen:
• Was können Sie als einzelne und wir als Verantwortliche tun, um unsere Schulen immer mehr zu Orten der „Freiheit und der Liebe“ werden zu lassen, wie es das 2. Vatikanische Konzil über die katholischen Schulen schreibt?
• Wo können wir ansetzen, um die Kinder und Jugendlichen noch stärker als bisher zu ermuntern, unsere Gesellschaft und unsere Kirche kritisch und konstruktiv voranzubringen?
• Wo müssten wir uns als katholische Schulen und als Stiftung noch stärker, deutlicher und vernehmbarer engagieren, um die Werte deutlich zu machen, für die wir stehen?
• Welche Struktur- und Machtfragen stehen in unseren Institutionen der Botschaft entgegen, die wir verkünden?
Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Anregungen und stehen Ihnen als Gesprächspartner gerne zur Verfügung.
Das Fest der Menschwerdung Gottes feiern wir ganz sicher dadurch am angemessensten, wenn wir die Situationen erkennen, in denen wir gebraucht werden – und wenn wir dann die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen und auch entsprechend handeln.

© Bodensee-Schule St. Martin Freie Katholische Grund- und Werkrealschule mit Sozialwissenschaftlichem Gymnasium 2018
Zeisigweg 1 | 88045 Friedrichshafen
Tel.: 07541 9216 0 | Fax.: 07541 9216 39 | mail@bodensee-schule.de
www.bodensee-schule-st-martin.de | www.sg-stmartin.de

design IruCom systems | Powered by IruCom WebCMS V8i -2019